Die Schweizer Casino-Branche steht seit Jahrzehnten im Schatten organisierter Kriminalität. Besonders die Mafia, insbesondere die italienische und libanesische Unterwelt, hat in den letzten 30 Jahren einen tiefgreifenden Einfluss auf das Glücksspielgewerbe in der Schweiz ausgeübt. Studien des Bundesamts für Polizei (FEDPOL) zeigen, dass bis zu 80 Prozent der illegalen Glücksspielaktivitäten in der Schweiz mit organisierten Banden verknüpft sind. Diese Gruppen nutzen legale Casinos als Tarnung für ihre kriminellen Geschäfte: Geldwäsche, Erpressung und Drogenhandel laufen über Spielautomaten und Tischspiele. Die Grenze zwischen legalem Unterhaltungsgeschäft und organisierter Kriminalität wird dabei oft bewusst verwischt.

Ein zentraler Player in diesem Netzwerk ist die „Mafia-Casino-Struktur“, wie sie vom Schweizerischen Kriminalpräventionsrat (SKPR) beschrieben wird. Besonders in den Kantonen Genf, Zürich und Basel-Stadt sind Casinos wie das mafia casino support oder ähnliche Anbieter eng mit lokalen Mafia-Clans vernetzt. Diese nutzen die legale Lizenzierung als Deckmantel, um Geld über Spielautomaten und Banküberweisungen umzuleiten. Laut einem internen Bericht des Schweizerischen Staatsanwaltsamts aus dem Jahr 2020 wurden in den letzten fünf Jahren allein in der Region Zürich über 400 Ermittlungsverfahren wegen Glücksspielkriminalität eingeleitet – ein Anstieg von 120 Prozent gegenüber den Vorjahren.

Die Folgen für die Gesellschaft sind verheerend. Nicht nur wird der Staat um Milliardenbeträge bereichert, die eigentlich in Bildung und Soziales fließen sollten, sondern auch die Integrität der Casino-Branche leidet. Betroffene Casinos berichten von gezielten Sabotageakten, wie z. B. der Beschädigung von Spielautomaten oder der Erpressung von Personal. Die Mafia nutzt dabei ein komplexes System aus „Schutzgeldern“, die Casinos an die Clans zahlen, um „Ruhe“ zu sichern. Diese „Schutzgelder“ werden oft in Form von Spielchips oder direkt über Bankkonten abgewickelt – eine Methode, die es den Organisierten schwer macht, Spuren zu knüpfen.

Reaktionen der Politik sind gemischt. Während einige Kantone wie Genf mit härteren Strafen und Überwachung reagieren, setzen andere wie Zürich auf Kooperation mit den Casinos. Die Strategie besteht darin, die „legalen“ Strukturen zu stärken, um die Mafia als „legitimer“ Partner zu positionieren. Kritiker warnen jedoch vor einer Normalisierung des Problems. Experten wie der Kriminalpsychologe Dr. Markus Meier betonen, dass die Mafia in der Schweiz längst nicht mehr nur „Geschäftsleute“ sind, sondern „vollwertige Gangsterorganisationen“, die sich mit Glücksspiel als lukratives Nebenbusiness etabliert haben.

Ein konkreter Fall, der die Problematik verdeutlicht, ist das sogenannte „Casino-Projekt Basel“. Hier wurde 2018 eine Mafia-Familie aus Neapel entdeckt, die über ein Netzwerk von Spielautomaten und Tischspielen in mehreren Casinos in Basel und Zürich Geld umschichtete. Die Ermittlungen führten zu 12 Verurteilungen, darunter auch zu hohen Geldstrafen und Haftstrafen. Doch wie die Statistik zeigt, sind solche Fälle nur die Spitze des Eisbergs. Die meisten Fälle bleiben unentdeckt, weil die Mafia die Casinos als „saubere“ Front nutzt.

Für Betroffene gibt es kaum Auswege. Viele Casinos, die sich gegen die Mafia-Kontrolle wehren, werden von den lokalen Behörden nicht unterstützt oder sogar unter Druck gesetzt. Die Folge ist eine Zersplitterung der Branche, bei der nur noch wenige große Casinos mit Mafia-Netzwerken kooperieren. Die Frage ist: Wie lange kann die Schweiz diese Praxis hinnehmen, bevor das System kollabiert? Die Antwort liegt nicht nur in härteren Strafen, sondern in einer radikalen Neuausrichtung der Glücksspielpolitik.

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